Fragen des BUND Naturschutzes an die Kandidierenden für die Wahl zum Gemeinderat in Ottobrunn.

Am 15. Januar haben wir uns auch an die örtlichen Sprecher bzw. Vorsitzenden von CSU, DIE GRÜNEN, SPD, Bürgervereinigung Ottobrunn, ÖDP, FDP und Die Linke gewendet. Wir baten den selben Fragebogen, den die Bürgermeisterkandidaten erhalten haben, auch an alle Kandidierenden ihrer Liste für den Gemeinderat, mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 31. Januar 2026, weiterzuleiten. 

Lediglich fünf Kandidierende auf der Liste der GRÜNEN (Tania Campbell, Brigitte Barthmann, Thimo Hamer, Konstantin Diederichs und Michael Senft) haben darauf geantwortet. Wir fassen diese Antworten hier nun zusammen:

Fragen zu konkreten Maßnahmen Klimaschutz (1):

Die Grünen wollen sich an einem Klimaanpassungskonzept des Landkreises beteiligen und die daraus resultierenden Ergebnisse nutzen und umsetzen. Folgende konkrete Maßnahmen werden aufgeführt: Begrünung im Allgemeinen und Dach- und Fassadenbegrünung, Erhalt und neue Anpflanzungen von großen Bäumen für eine verbesserte Beschattung und Plätze zum Erholen mit Trinkwasserbrunnen. Bestimmte Gebiete sollen im Gemeindegebiet als Schwammstadt konzipiert werden und Möglichkeiten für einen besseren Abfluss von Regenwasser in den Straßen erschaffen werden. 

Fragen zum Klimaanpassungskonzept für den Landkreis München (2)

Bisher hat sich die Gemeinde Ottobrunn nicht am Klimaanpassungskonzept beteiligt, da der amtierende Bürgermeister und die Mehrheit des Gemeinderates sich dagegen aussprechen. Von dieser Mehrheit wird es als falsch erachtet, sich an diesem „Stuhlkreis“ zu beteiligen, das sein eine „Zeitverschwendung“, da keine Ergebnisse geliefert werden und ist somit nicht erwünscht und man will seinen eigenen Weg für die Gemeinde gehen. Die Grünen wollen diese Entscheidung aufheben und sich in Zukunft am Klimaanpassungskonzept beteiligen.

Fragen zur Photovoltaik-Nutzung auf kommunalen Gebäuden (3)

Für den Ausbau der PV-Nutzung auf allen geeigneten Gebäuden in Ottobrunn bewerten die Grünen eine Bürgerbeteiligung als wünschenswert und sehr sinnvoll.

Fragen zum Energieverbund und dem Ausbau des vorhandenden Fernwärmenetzes (4)

Alle würden sich für den Anschluss auch kleinerer Wohneinheitgen an das Fernwärmenetzes einsetzen. Der amtierende Bürgermeister setze sich hier nicht genügend ein. Die SWM haben kein Interesse, kleiner Wohneinheiten an das Fernwärmenetz anzuschliessen und blockieren mit überhöhten Anschlusspreisen. Über eine Energiegenossenschaft, an der sich die Bürger beteiligen, könnte ein Fern-Nahwärmenetz erstellt werden welches dann von den SWM mit Energie versorgt wird. 

Fragen nach Maßnahmen für eine nachhaltige Mobilität (5)

Ausbau der Radwege an wichtigen Straßen, Abtrennung/Markierung auf Gehwegen. Meist müssen Radler und Fußgänger den Gehsteig gemeinsam nutzen, was oft zu gefährlichen Situationen führt. An wichtigen Stellen sollten zusätzlich Zebrastreifen eingerichtet werden. Elektrische Anzeigen an den Bushaltestellen könnten die Ankunft des nächsten Busses anzeigen. Beim Thema "Nachfolger zum MVG-Rad" gab es unterschiedliche Positionen: 3 waren dagegen, 1 dafür und 1 fand das MVG-Rad zu teuer.

Fragen zum Schutz des Schulwegs in der Putzbrunner Straße (6)

4 Kandidierende beführworten eine Tempo-30 Regelung entland der gesamten Putzbrunner Straße und 1 nur für Nachtstunden. Für den Bau eines "echten" Ratweges entland der Putzbrunner Straße würden sich alle 5 einsetzen.

Nachverdichtung (7)

Schaffung von Wohnraum ist durch Bevölkerungswachstum wichtig, hier könnte ggf. auch bei der Gebäudehöhe mehr Wohnraum geschaffen werden. Ottobrunn ist sehr dicht besiedelt und es muss verhindert werden, dass eine Betonburg entsteht. Baurechtlich sollte mit Augenmaß und über Bürgerbeteiligung reguliert werden.

Biodiversität und Wasser (8)

Alle 5 Kandidierenden der Grünen sind für ein Verbot von Schottergärten, unterstützen den Vorrang für den Bestandsschutz alter Bäume, befürworten strengere Anforderungen für den Stammumfang und eine Erhöhung von Ersatzbepflanzungen. Ebenfalls setzen sich alle 5 für eine ökologische Aufwertung der öffentlichen Grünflächen in Ottobrunn ein. Erkenntnisse über eine Belastung der Trinkwasserbrunnen mit PFAS hat niemand. 1 würde eine entsprechende Messung begrüßen.

Bei der Unterstützung von mehr Artenvielfalt in Privatgärten wird eine Beratung (ggf. ehrenamtlich) vorgeschlagen. Falls rechtlich möglich könnte man auch bestimmte Anpflanzungen verbieten. Dabei darf aber der Eingriff in die privaten Entscheidungen der Bürger nicht überhand nehmen. Die Versiegelung sollte aber eingedämmt werden.

Umweltschutz (9)

Alle 5 setzen sich dafür ein, in der Gemeinde ein umweltfreundliches Beschaffungswesen einzuführen.

Zusammenarbeit mit Natur- und Umweltschutzverbänden (10)

Grundsätzlich sollte ein reger Austausch mit Natur- und Umweltschutzverbänden eine Selbstverständlichkeit sein. Auf Augenhöhe, Konstruktiv und Pragmatisch. Als Mitglied des Gemeinderates kann man nicht alles wissen bzgl. Umweltschutz, ich bin immer für andere Perspektiven dankbar.